Schleifsystem

Mit einem Schleifsystem lassen sich Glasrohlinge (rohrunde Brillengläser) auf die jeweilige Fassungsform zuschleifen. Diese Schleifmaschinen stehen in der Werkstatt des Optikers und ermöglichen eine schnelle Bearbeitung der Brillengläser.

Die Steuerung der Maschine erfolgt über einen integrierten Computer. Über diesen lassen sich je nach Modell viele verschiedene Einstellungen regeln. Beispielsweise die Facettenart, Position der Schleifscheibe, Sensoren und Motoren im Schleifraum oder auch einzelne Maschinenelemente.

Für Brillentypen wie z.B. randlose Brillenfassungen können mit manchen Schleifsystemen sogar Bohrungen durchgeführt werden oder andere spezielle Schliffe.

Die Vorbereitung eines Schleifvorganges startet bei der Formerfassung. Mittels eines sogenannten „Tracers“ kann die gewünschte Fassungsform abgetastet und an das Schleifsystem geschickt werden. Anschließend wird beim rohrunden Brillenglas die Zentrierung über ein Scheitelbrechwertmessgerät oder einen Autoblocker angezeichnet. Mit dem Blockgerät wird nun auf das Glas der sogenannte „Blocker“ aufgebracht, der eine Aufnahme für den Schleifautomaten bietet. Diesen Vorgang nennt man „Aufblocken“.

Mittels Einspannvorrichtung wird das Glas über den Blocker befestigt und anschließend über unterschiedliche Schleifscheiben gedreht. Jede einzelne Schleifscheibe hat ihre eigene Funktion. Es gibt meist die Vorschliffscheibe für Kunststoff- und Mineralgläser, eine Feinschliffscheibe für eine feine Randbearbeitung der Facetten und eine Polierscheibe, die für den nötigen Glanz auf der Oberfläche sorgt.

Für eine Glasbohrbrille oder eine randlose Brille gibt es Modelle, die bohren können. Um ein Brillenglas bohren zu können, gibt man die nötigen Bohrkoordinaten und den Durchmesser der Bohrlöcher in das dafür vorgesehene Menüfenster im Computer des Schleifsystems ein und der Automat bohrt die Löcher oder auch Fräsungen präzise in das Brillenglas.

Schleifvorgänge finden je nach Brillenglasmaterial unter Wasserzufuhr statt, so dass das Brillenglas nicht zu heiß wird und die entstandenen Reste/Mikropartikel durch einen großen Schlauch in ein Großfangsieb im Kühlsystem abtransportiert werden können. Das Kühlsystem befindet sich unter dem Schleifautomaten und ist mit ihm durch einen großen Schlauch verbunden. Nachdem das Wasser durch einen Filter gelaufen ist, wird es von einer Pumpe wieder zurück nach oben in den Schleifraum gepumpt.